Preisträger 2007

Promotionspreis der DGA für Dr. Maria Köllnberger

 

Die Deutsche Gesellschaft für Angiologie vergab in diesem Jahr ihren seit 1987 jährlich verliehenen Promotionspreis an die Münchner Veterinärmedizinerin Dr. Maria Köllnberger. Prof. Dr. Karl-Ludwig Schulte, Präsident der DGA, überreichte der Tierärztin den mit 2.500,- Euro dotierten Preis im Rahmen der Eröffnungsfeier der 14. Dreiländertagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Angiologie in München. Die Preisträgerin, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Herzzentrum in München (Experimentelle Kardiologie, AG PD Dr. Steffen Massberg) wurde mit ihrer Arbeit „In vivo Analyse der zellulären und molekularen Mechanismen der arteriellen und venösen Thrombose in der Maus“ an der LMU München promoviert.

 

„Zentrales Ziel dieser Arbeit war es, im Mausmodell die an der Entstehung arterieller und venöser Thrombosen beteiligten molekularen und zellulären Mechanismen in vivo mittels intravitaler Videofluoreszenzmikroskopie zu analysieren“, beschreibt Dr. Köllnberger die Intention ihrer Arbeit. Mit Hilfe zweier neu etablierter, kliniknaher Thrombosemodelle konnte sie zeigen, dass es bei der arteriellen Thrombose initial zur massiven Adhäsion von Thrombozyten kommt, während nur wenige Leukozyten rekrutiert wurden. Demgegenüber kommt es in der Initialphase der venösen Thrombose gleichermaßen zur Adhäsion von Leukozyten und Thrombozyten. Mit Hilfe von knock out Mauslinien konnte sie die für die Rekrutierung von Thrombozyten und Leukozyten im Rahmen der venösen und arteriellen Thrombose relevanten Adhäsionsrezeptoren definieren und die funktionelle Bedeutung beider Zellpopulationen für Entstehung und Wachstum arterieller und venöser Thromben analysieren.

 

Zusammenfassend zeigte sich, dass arterielle Thrombosen im Wesentlichen durch die Adhäsion und Aggregation von Thrombozyten getriggert werden. Demgegenüber ist ein enges Zusammenspiel von Leukozyten und Thrombozyten für die Entstehung von venösen Thrombosen entscheidend. Somit könnte die gezielte Inhibition von Plättchenaktivierung und/oder -Adhäsion eine viel versprechende Strategie zur Prophylaxe und Therapie nicht nur arterieller sondern auch venöser Thrombosen darstellen."

 

 

 

Schwarz-Monheim-Preis für Dr. Alma Zernecke

 

Der Schwarz-Monheim-Preis der Deutschen Gesellschaft für Angiologie, gestiftet durch die SCHWARZ PHARMA Deutschland GmbH, ging in diesem Jahr an Dr. med. Alma Zernecke vom Institut für Kardiovaskuläre Molekularbiologie (IMCAR) am Universitätsklinikum der RWTH Aachen (Leitung: Univ.-Prof. Dr. Christian Weber) für ihren Beitrag zur Erforschung von Ursachen und Folgen der Arteriosklerose. Prof. Dr. Karl-Ludwig Schulte überreichte der Wissenschaftlerin den Preis, der mit 10.000 Euro dotiert ist und seit 1989 für Spitzenleistungen in der Angiologie verliehen wird, am 9. September anlässlich der 14. Dreiländertagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Angiologie in München.

 

Die Preisträgerin hat erforscht, wie bei der Arteriosklerose Zellen der körpereigenen Immunabwehr über Signalmoleküle angelockt und über den Rezeptor CCR5 gesteuert in die Gefäßwand eindringen und dabei hochgradige Gefäßverengungen entstehen lassen, die den Boden zu Herzinfarkten und Schlaganfällen bereiten. Die derzeit gängige Behandlung arteriosklerotischer Gefäßengstellen ist ihre Wiedereröffnung durch Aufdehnung. Häufig verschließen sich diese Aufdehnungen aber wieder, was eine für den Patienten lebensbedrohliche Situation heraufbeschwören kann.

 

„Wenn es nun gelänge, diesen Rezeptor zu blockieren, so dass Botenstoffe nicht mehr daran andocken und damit Fresszellen nicht angelockt werden, könnte die Therapie dieser gefährlichen Verengungen entscheidend verbessert werden“, fasst Dr. Zernecke ihre wichtige Entdeckung auf dem Gebiet der Angiologie zusammen.

 

 

 

Gotthard-Schettler-Preis

 

Die Gotthard-Schettler-Gesellschaft für Herz- und Kreislaufforschung vergab ihren mit insgesamt 10.000 Euro dotierten Preis in diesem Jahr an die beiden Münchner Mediziner Dr. Ulrich Schäfer und PD Dr. Armin J. Reininger. Mit ihrem Preis würdigt die Gesellschaft besondere wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Herz- und Kreislaufforschung. Die beiden Wissenschaftler bekamen die Auszeichnung auf der 14. Dreiländertagung der Deutschsprachigen Gesellschaften für Angiologie in München vom Vorsitzenden der Gesellschaft, Prof. Dr. Curt Diehm, überreicht.